
Von
der Annahme ausgehend, dass in Deutschland ein großer Teil des Abfalls recycelt
wird, schenken wir dem globalen Müllproblem kaum Aufmerksamkeit. Dabei stehen
wir Deutschen auf der Liste der Müllerzeuger mit ganz oben: auf Platz fünf –
unter anderem hinter den ChinesInnen und US-AmerikanerInnen. Und wir entsorgen
unseren Müll nicht immer nur auf unseren eigenen Deponien. Vielmehr reist das,
was wir täglich wegwerfen, mitunter einmal um die Welt und wird, wie in diesem
Dossier geschildert, in Malaysia abgeladen oder endet in Ghana in den Händen
von Kindern und Jugendlichen, die versuchen mit unserem Elektroschrott ihr
tägliches Abendessen zu finanzieren. „So birgt Müll zahlreiche Dimensionen globaler
(Un)Gerechtigkeit und ist entwicklungspolitisch höchst relevant“, erklären Anne
Neumann und Theresa Utzig in der Einleitung zum aktuellen Südlink-Dossier. Müll
ist nach dem Klimawandel und dem Artensterben mittlerweile die größte
Herausforderung für die Weltgemeinschaft. Wer einen Blick in den Globalen Süden
wirft, wie etwa in der Reportage aus Uganda, der stellt schnell fest, dass das
Müllproblem uns alle angeht. Denn was dort unsachgemäß in der Umwelt entsorgt
wird, endet früher oder später in den Süßwasserseen unseres Planeten, aus denen
die Menschen ihr Trinkwasser gewinnen, oder gar in den Ozeanen, wo es zur
Gefahr für das ganze Ökosystem wird.
Südlink 214 „Müll: Eine globale Herausforderung“.
Quelle:
Inkota